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Galerienprogramm
Parallel zur KunstFilmBiennale präsentieren acht Kölner Galerien sowie das Kölner Museum Ludwig Ausstellungen von Künstlern, die über oder mit bewegten Bildern arbeiten.
 | | "Kimsooja à l'Oeuvre" (Copyright: 2007 a.p.r.e.s production, Musée d'art contemporain du Val-de-Marne) |
Gilles Coudert: Kimsooja à l'œuvre – Bottari Truck/Migrateurs
Dokumentarfilm des preisgekrönten französischen Regisseurs Gilles Coudert über die Entstehung von Kimsoojas Videoinstallation "Bottari Truck / Migrateurs", welche die koreanische Künstlerin 2007 während eines Aufenthalts als „Artist in Residence" im Musée d'art contemporain du Val-de-Marne (MAC/VAL) in Vitry-sur-Seine bei Paris drehte. Interviews mit der Künstlerin sowie mit ihren Assistenten, Mitarbeitern und dem Sicherheitspersonal, von denen viele Migranten sind, geben Einsicht in ihre künstlerischen und gesellschaftlichen Motivationen und Intentionen. "Bottari Truck / Migrateurs" zeigt einen Lastwagen, auf dem sich ein Berg von zusammengeschnürten Stoffbündeln (Bottaris) befindet – historisch verhaftete und symbolträchtige Markenzeichen der (oft erzwungenen) Migration in Korea –, in denen Kleidungsstücke, Bettwäsche, Haushaltsgeräte und Bücher transportiert werden. Der Film zeigt die Künstlerin auf Stapeln von Bündeln auf der Ladefläche des "Bottari Truck" sitzend, während dieser langsam erst durch Vororte und dann durch die Innenstadt von Paris fährt.Gilles Couderts Dokumentarfilm wird nach der 3. Moskau Biennale zum ersten Mal in Deutschland gezeigt.
Kimsooja à l'oeuvre - Bottari Truck/Migrateurs
2009, Farbe, 26' (Loop)
Regie: Gilles Coudert. Produzent: a.p.r.e.s. production, Musée d'art contemorain du Val-de-Marne.
Ausstellung: 28.10.-1.11.2009, Mo-Fr 10-18 Uhr, Sa 10-14 Uhr
Kewenig Galerie
Appellhofplatz 21
50667 Köln
fon: +49 – (0)221 964 905 0
info@kewenig.com
Simon Denny: Deep Sea Vaudeo
Am Vorabend des endgültigen Verschwindens des Röhrenfernsehers aus dem Einzelhandel präsentiert Simon Denny ein verwirrend lebhaftes System von Multimedia-Arbeiten, die der allgemeinen Sensibilität für alles Nüchterne Reverenz erweisen. In Form einer irreführend logischen Geste strebt Denny in seiner Ausstellung nach einer sachlichen Analyse der physischen Verflachung des Fernsehgeräts und verknüpft dieses Phänomen mit der Tiefe des dargestellten Raums auf den verwendeten Bildern, sprich der im Verkaufsraum von Elektronikgeschäften zur Gewohnheit gewordenen Aquariumsatmosphären. Im Missbrauch dieser Unterwasserbilder wird die Logik, die Simon Denny bereits in den symbolischen Spielereien von ”Aquarium Videos“, ”7 Drunken Videos“ und ”Watching Videos Dry“ anwandte, zu einem ”no-nonsense-Ende“ weitergeführt. Denny konstruiert ein vierdimensionales Tetraeder-Diagramm der veralteten Geräte, der ”vierten Wand“ des häuslichen Wohnzimmers, und wechselt dabei auf verwirrende Weise zwischen unterschiedlichen Autoren und Medien, wobei das endgültige Display schließlich ebenso dünn ist wie das vorgebrachte Argument.
Simon Denny (geb. 1982 in Auckland, Neuseeland) produziert sperrige skulpturale Installationen, die Wahrnehmungsweisen von Dingen und Bildern nachgehen. Durch das Kombinieren der ausgewählten Themen mit konventionellen Ausstellungsmethoden durchkreuzt er verschiedene Ebenen von Autorschaft und diverse Formen struktureller Logik.
Deep Sea Vaudeo (Installation)
Simon Denny
Ausstellung: 04.09.-31.10.2009, Di-Fr 11-18 Uhr, Sa 11-16 Uhr
Galerie Daniel Buchholz
Neven-DuMont-Straße 17
50667 Köln
fon: +49 – (0)221 257 49 46
post@galeriebuchholz.de
Sven Johne: Tears of the Eyewitness
Wir sind inmitten einer professionellen Fernsehproduktion. Ein Motivationstrainer und ein Schauspieler sitzen sich gegenüber: Es soll „emotionales Füllmaterial“ für eine Dokumentation zum Fall der Mauer produziert werden. Das ist die Ausgangssituation für die Videoarbeit von Sven Johne, in welcher die Konstruktion von Erinnerung im Zentrum steht. Die Aufgabe des Motivationstrainers ist es, „echte Gefühle“ im Schauspieler zu erzeugen. Indem er die dramatischen Ereignisse des Jahres 1989 in Deutschland – und vor allem in Leipzig – Revue passieren lässt, will er an dessen persönliche Erinnerung appellieren. Er ruft Bilder auf, die ins kollektive Gedächtnis eingingen, erwähnt aber auch Situationen, die weniger bekannt sind. Es entsteht ein befremdliches Wechselspiel zwischen artifiziellen und ehrlich empfundenen Emotionen, das – 20 Jahre nach dem beschworenen Ereignis – auch die Betrachter des Videos erfassen wird.
Sven Johne ist 1976 in Bergen auf Rügen geboren und studierte bis 2006 an der HGB Leipzig bei Timm Rautert Fotografie. Seit Ende 2008 lebt er in Berlin. Ausgehend von der eigenen Biografie bildet die Beschäftigung mit der DDR und ihrer Auflösung einen Arbeitsschwerpunkt.
Dank an Sammlung Kaufmann Berlin, Anne Kersten, Christine Heidemann.
Tears of the Eyewitness
Sven Johne, 2009, 22’30'', eOmdU
Darsteller: Marco Albrecht, Chris Woltmann.
Ausstellung: 17.10.-21.11.2009, Die-Fr 11-18 Uhr, Sa 11-16 Uhr
Galerie Christian Nagel
Richard-Wagner-Straße 28
50674 Köln
fon: +49 – (0) 221 257 05 91
cn.koeln@galerie-nagel.de
Anna Malagrida: Frontera
In der Videoinstallation „Frontera“ verwendet die spanische Künstlerin Anna Malagrida roten Rauch, um sich mit der unsichtbaren Gegenwärtigkeit von Geschichte in einer scheinbar unberührten Natur auseinander zu setzten. Die Installation zeigt uns das Bild einer Berglandschaft im Corbières im Süden der Pyrenäen, wo in zahlreichen Schlachten Grenzkriege zwischen Spanien und Frankreich ausgetragen wurden. Plötzlich hört man eine Explosion, und ohne deren Ursache zu zeigen, steigt roter Rauch auf, bis nichts mehr von der Landschaft zu sehen ist. Der dichte Rauch provoziert ein bedrohliches Gefühl von Angst und lässt an Blut denken, das an dieser Stelle in den Boden sickerte. Zugleich versetzt es den Betrachter in die merkwürdige Stimmung eines Tagtraums. Die langsamen Bewegungen des Rauches im Wind verändern die Zeitlichkeit des Bildes, bis er schließlich ganz verschwunden ist und die Landschaft wieder zum Vorschein kommt.
Mit ihren Fotoserien „Intérieurs“ (2000-2006), „Paysages“(2006) und „Point de Vue“ (2007) sowie zahlreichen institutionellen Einzel- und Gruppenausstellungen wurde Malagrida international bekannt. Ein bestimmendes Element ihrer Arbeiten besteht in dem Verweis auf das seit der Renaissance so bedeutende Paradigma vom Kunstwerk, das wie ein Blick durch ein Fenster funktioniert.
Frontera
Anna Malagrida, 2009, Video-Loop, ca. 2’
Eröffnung: 30.10.2009, 19-21 Uhr
Ausstellung: 31.10.-19.12.2009, Di-Fr 11-18 Uhr, Sa 12-17 Uhr
Figge von Rosen Galerie
Aachener Straße 65
50674 Köln
fon: +49 – (0)221 270 56 840
Lutz Mommartz: Jeder Mensch ist ein Tisch, nur, ich bin ein Stuhl
Lutz Mommartz ist einer der Väter des experimentellen Films. Seit 1967 bricht er bis heute radikal mit Sehgewohnheiten und den ästhetischen und inhaltlichen Konventionen der Filmkunst. Er nahm als Erster die vorbeiziehende Landschaft aus dem Zugfenster auf, warf die Kamera in die Luft oder schnallte sie sich im Alltag um. Er beschäftigt sich mit Raum, Zeit und dem Geschehen darin. Die soziale Interaktion ist ihm der Seinshintergrund, aus dem sich die Bilder ergeben: Nicht das Filmen, sondern sich zu unterhalten ist der eigentliche künstlerische Akt. In der PRAXIS werden eine Rauminstallation im Stil des Expanded Cinema, eine Werkschau 1967 bis 2007 sowie Künstlerbücher gezeigt.
Lutz Mommartz wurde 1934 in Erkelenz geboren. 1967 gewann er mit seinen ersten 16-mm-Kurzfilmen beim Experimentalfilmfestival in Knokke-le-Zoute. 1978 bis 1999 war er Professor für Film an der Kunstakademie Münster. Er lebt und arbeitet in Düsseldorf und Berlin (www.mommartzfilm.de).
Jeder Mensch ist ein Tisch, nur, ich bin ein Stuhl
Lutz Mommartz, Rauminstallation und Werkschau 1967 bis 2007.
Eröffnung: 29.10.2009, 19 Uhr
Ausstellung: 30.10.-7.11.2009, Mi-Sa 12-20 Uhr / 31.10. und 1.11.2009: 21.30-1 Uhr Nachtfilmprogramm
PRAXIS – Projektatelier Staab
Eigelstein 112
50668 Köln
fon: +49 – (0)221 139 3261
praxis@staab-kunst.de
 | | "Staging Silence" (Copyright: Hans Op de Beeck, Xavier Hufkens, Brüssel) |
Hans Op de Beeck: Staging Silence
„Staging Silence“ basiert auf einem abstrakten, archetypischen Schauplatz, der dem Künstler als kleinster gemeinsamer Nenner vieler ähnlicher öffentlicher Orte, die er besucht hat, im Gedächtnis geblieben ist. Die Videobilder sind zugleich lächerlich und ernsthaft, genau wie die eklektische Bildermischung in unserem Gedächtnis. Die Entscheidung für Schwarzweiß erhöht diese Ambivalenz noch: Die amateurhafte Anmutung des Videos erinnert an das Vermächtnis des Slapstickfilms wie an die heimtückische Spannung und drohende Entgleisungsgefahr des Film Noir. Der Titel nimmt Bezug auf das stille Arrangement solcher unbewegter Schauplätze, in die sich, wenn sie menschenleer sind, ein Zuschauer als einziger Protagonist hineindenken kann. Gedächtnisbilder sind unverhältnismäßige Mischungen aus konkreter Information und Fantasie; in diesem Film materialisieren sie sich im Auge des Betrachters durch anonyme Bastelei und improvisierende Hände. Arme erscheinen und verschwinden aus dem Nichts, sie manipulieren gewöhnliche Objekte, maßstabsgerechte Nachbildungen und künstliche Lichtquellen zu verfremdeten und doch erkennbaren Schauplätzen. Diese Orte sind nicht mehr oder weniger als animierte Hintergründe für mögliche Geschichten und visuelle Vorschläge, die im Betrachter Erinnerungen hervorrufen.
Staging Silence
B 2009, Full HD Video, kopiert auf Blu-Ray Disc, s/w, ca. 22’ (loop)
Regie, Kamera, Szenenbild: Hans Op de Beeck. Kamera-Assistenz: Jasper Lutin
. Assistenz Szenenbild: Jasper Lutin, Bert Heytens, Cleo Jespers.
Ton: Serge Lacroix.
Produktionsleitung: Stijn Maes.
Eröffnung: 29.10.2009, 18-21 Uhr
Ausstellung: 30.10.-27.11.2009, Di-Fr 10-18.30 Uhr, Sa 11-18 Uhr
Baukunst Galerie
Theodor-Heuss-Ring 7
50668 Köln
fon: +49 – (0)221 771 33 35
art@baukunst-galerie.de
Die Präsentation in der Baukunst Galerie wird freundlich unterstützt:

John Stezaker: Collagen
John Stezaker (geboren 1949, lebt und arbeitet in London) arbeitet seit den 1970er Jahren mit vorgefundenem Material und erstellt Collagen aus Filmstills, Katalog- oder Buchseiten, Post- oder Autogrammkarten.Stezakers Werke sind zunächst vermeintlich einfach zu entschlüsseln und aufzulösen, jedoch werden ganz subtil Sehgewohnheiten in Frage gestellt. Gleichzeitig wird das beim Betrachter automatisch in Gang gesetzte Bemühen um Zusammenfügung und Vervollständigung des Gesehenen unterlaufen. Neugier, Verwunderung und Staunen werden zu Irritation ob der visuellen Fallen, es kommt zu Befremdung und Beklemmung.Ursprüngliche Narrationsstränge lösen sich auf, um dann wieder miteinander verwoben zu werden. Linien und Konturen werden fortgeführt oder gehen ineinander über, teilweise setzen sich Formen in der nächsten Bildebene fort und erhalten dadurch eine neue, surreale Bedeutung. Andere Teile werden weitergedacht und formal oder auch inhaltlich interpretiert – oder aber sie widersprechen und zerschneiden sich gegenseitig. Gerade diese auf die Spitze getriebene Ambivalenz von Konkurrenz und gegenseitiger Verstärkung macht die Collagen Stezakers zu einer intellektuellen und optischen Herausforderung.
Ausstellung: 05.09.-07.11.2009, Di-Fr 10-18 Uhr, Sa 11-18 Uhr
Galerie Gisela Capitain
St.-Apern-Straße 20-26
50667 Köln
fon: +49 – (0)221 355 701-0
Sergio Vega: El Paraíso en el Nuevo Mundo
Basierend auf einer Theorie von Antonio de Leon Pinelo aus dem 17. Jahrhundert, der zufolge der Garten Eden in Südamerika zu finden ist, arbeitet Sergio Vega (geboren 1959 in Buenos Aires, lebt und arbeitet in Gainsville, Florida) seit 1995 an einem umfassenden Projekt mit dem Obertitel „El Paraíso en el Nuevo Mundo“.Unter Einsatz verschiedener Medien interpretiert Vega mit viel Sinn für hintergründigen Humor Pinelos Darstellung des Paradieses neu. So zeigen die großformatigen Fotografien „Paradise on Fire“ Bäume des tropischen Regenwalds, die erst auf den zweiten Blick einen Waldbrand erkennen lassen. Oder Vega untersucht im Video „Parrot Theory 101“ die Ikonologie von Papageien, die im 17. Jahrhundert als Vögel des Paradieses galten. Beide Arbeiten sind Teil einer komplexen multimedialen Auseinandersetzung mit historischen und gegenwärtigen Darstellungsmethoden. Untersucht wird der Modus Operandi kolonialistischer Ideologie bei der Entwicklung von Kultur und sozialen Gegebenheiten. Vega vermengt schelmenhaft Theorie, Empirie und eine beißende Kritik an Macht und Gesellschaft, um schließlich in der Kunst ein Paradies zu kreieren, in dem sensorische Stimulierung und kritischer Diskurs zusammenkommen.
El Paraíso en el Nuevo Mundo
Sergio Vega, Eine multimediale Konfrontation mit dem Mythos des Paradieses.
Eröffnung: 29.10.2009, 18-22 Uhr
Ausstellung: 30.10.-07.11.2009, Di-Fr 10-18.30 Uhr, Sa 10-18 Uhr
Galerie Karsten Greve
Drususgasse 1-5
50667 Köln
fon: +49 – (0)221 257 10 12
galerie.greve@t-online.de
zeit zeitlos
Anlässlich der KunstFilmBiennale Köln zeigt die Galerie Heinz Bossert die Gruppenausstellung „zeit zeitlos“ mit filmischen Projekten der Künstler/innen Ute Klein (München), Alice Musiol (Köln), Ana Opalic (Dubrovnik), Marietta Schwarz (Köln), Clare Strand (Brighton), Harald V Uccello & Mai T Segura (Barcelona) und Helga Weihs (Köln). Für den Großteil dieser als Bildhauer, Maler oder Fotografen arbeitenden Künstler/innen bedeuten die präsentierten Werke eine Erweiterung ihrer Arbeit ins Medium Film. Trotz ganz unterschiedlicher künstlerischer Positionen ist den meisten der Arbeiten die Fragestellung nach persönlicher Verortung und eigener Individualität gemein, die sich in Rekonstruktionsversuchen von Herkunft ausdrücken kann oder in Auseinandersetzungen mit dem jeweiligen Umfeld, in Beobachtungen alltäglicher wie befremdlicher Phänomene sowie in ironisch-hintergründigen Befragungen der Realität. In allen Arbeiten wird deutlich, dass es sich weniger um die Suche nach einem Platz in einer von ständiger Veränderung geprägten globalen Gesellschaft handelt als vielmehr um eine spezifische, zum Teil private und bisweilen ungewöhnlich anmutende Selbstverortung, die sich jenseits von gesellschaftlichen Determinanten heraus kristallisiert.
Kuratorin: Dr. Ann-Katrin Günzel
Eröffnung: 23.10. 2009, 18-22 Uhr
Ausstellung: 23.10.-28.11.2009, Di-Sa 13-18 Uhr und nach Vereinbarung
Galerie Heinz Bossert
Marsilstein 6
50676 Köln
fon: +49 – (0)221 299 750 44
mob: +49 - (0)172 257 944 9
info@galerie-bossert.de
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